Karamat e.V. lädt religiöse Minderheiten aus dem Nahen Osten zum Dialog im Leibniz Haus Hannover

Karamat.eu - Der hannöversche Verein Karamat e.V. hat am Freitag, 30.11.18 und am Samstag, 01.12.18. in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) aus Göttingen eine zweitägige Plattform geschaffen, bei der sich Vertreter religiöser Minderheiten aus dem Nahen Osten einem Dialog mit Besuchern stellen konnten. Mitten im historischen Leibniz Haus.

Prof. Peter Antes beim Vortrag

Karamat.eu - "Es ist eine meiner Überzeugungen, dass man für das Gemeinwohl arbeiten muss und dass man sich im selben Maße, indem man dazu beigetragen hat, glücklich fühlen wird." Gottfried Wilhelm Leibniz

Bei der Veranstaltung am Freitag hielt Professor Peter Antes, Universität Hannover, einen Vortrag mit dem Titel "Religiös lebt Europa vom Import". Darin wies er auf den geistigen Einfluss, den Propheten wie Abraham, Moses, Jesus und Mohammed auf das religiöse Leben in Europa ausgeübt haben hin. 

Helmut N. Gabel, Pressesprecher des Vereins Karamat e.V., eröffnete die Veranstaltung mit dem Hinweis auf die Verfolgungen, denen sich religiöse Minderheiten im Nahen Osten ausgesetzt sehen. Er pries die Möglichkeit in dieser Ausstellung den Kern der eigenen Religion oder Weltanschauung, die Geschichte und die aktuelle Situation in der ehemaligen Heimat vorzustellen und in Dialoge mit Besuchern zu treten.


Pressesprecher Helmut N. Gabel begrüßt die Gäste

Sufi Musik durch das international besetzte Ensemble Louly umrahmte den Abend und  den darauffolgenden Samstag.


Ensemble Louly eröffnet die Veranstaltung mit Sufi Rhythmen

Unter anderem wurde auch das berühmte Gedicht Sa'adis über das Menschsein (Bani Âdam) aufgeführt. Der Text prangt sogar über dem Eingang der Vereinten Nationen in New York:

Die Menschenkinder sind ja alle Brüder und Schwestern,
aus einem Stoff wie eines Leibes Glieder.
Sobald ein Leid geschieht nur einem dieser Glieder,
dann klingt sein Schmerz sogleich in ihnen allen wider.
Wenn andrer Menschen Schmerz dich nicht im Herzen brennet,
verdienst du nicht, dass man noch Mensch dich nennet.

Teilgenommen haben Vertreter der Mandäer, der Baha'i, der Eziden, der syrisch-orthodoxen Aramäer, der Zoroastrier, der Gruppe Erfan-e Halghe und der Gonabadi Derwische. Weiterhin konnte der Verein IKJA e.V. sein Förderprogramm für unbegleitete Jugendliche, die nach Deutschland fliehen konnten, vorstellen. Die meisten Vertreter dieser wenig bekannten Minderheiten aus dem Nahen Osten sind vor Verfolgungen, Krieg und Gewalt geflohen. Nach dem Vortrag von Professor Antes konnten die verschiedenen Vertreter in kurzen Ansprachen einige Aspekte ihrer Religion oder spirituellen Weltanschauung zu Gehör bringen. Auch Aspekte aktueller Verfolgungen kamen zur Sprache.


Am Stand der syrisch-orthodoxen Aramäer


Am Stand der Zoroastrier


Am Stand der Eziden


Am Stand der Gonabadi Sufi


Am Stand der Mandäer


Am Stand der Gruppe Erfan-e Halghe


Ali Faridi spricht über den Baha'i Glauben und das Prinzip der Weiterentwicklung religiöser Grundsätze


Nelly Hagen stellt IKJA e.V. vor

Am Samstag gab es reichlich Gelegenheit zu Dialogen mit Besuchern und untereinander an den Ständen. Moses Tan, Vertreter der syrisch-orthodoxen Christen rezitierte zwischendurch das "Vater Unser"-Gebet in der Sprache Jesu, auf Aramäisch. Soheila Hadipour, Vertreterin der im Iran verfolgten Gruppe Erfan-e Halghe, rezitierte ein Gedicht des bekannten Mystikers Dschellaledin Rumi und das Ensemble Louly gab einige Sufi Hymnen zum Besten.

Am Schluss der Veranstaltung sprach Helmut N. Gabel über Vielfalt und dem alles verbindenden Band, der geistigen Liebe, die im Kern jeder Religion enthalten sei.

Die Veranstaltung passte ganz gut in Leibniz Haus, wenn man sich folgenden Ausspruch des letzten großen Universalgelehrten Gottfried Wilhelm Leibniz in Erinnerung ruft:

"Halte es für einen zuverlässigen Grundsatz: Wenn der Mensch wider das mystische Leben redet, so kennt er es nicht und hat keinen Begriff von der inneren Regeneration." Gottfried Wilhelm Leibniz

© Karamat e.V.
Original: https://karamat.eu/artikel/karamat-ev-laedt-religioese-minderheiten-aus-dem-nahen-osten-zum-dialog-im-leibniz-haus-hannover.html 

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