An einem Strang ziehen - Iran Symposium in Berlin

Karamat.eu - Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) hatte am 26.11.19 Zeugen, Opfer, Nichtregierungsorganisationen, Politiker und Pressevertreter nach Berlin geladen, um über die katastrophale Menschenrechtssituation in Iran und mögliche Vorgehensweisen zu diskutieren.

Karamat.eu - Das Leid der Menschen in Iran ist international hinlänglich beschrieben, bezeugt und bekannt, allein die Antworten der Weltgemeinschaft sind unzulänglich, widersprüchlich und manchmal kontraproduktiv. Zumindest für die Menschen, die unter dem durch und durch ideologisch geführten Regime Tag für Tag leiden.

Die IGFM setzt sich für Menschenrechte weltweit ein und hat ein besonderes Auge für Christen, aber auch für Baha'i, Muslime, Mystiker und andere Gläubige. Vertreter der GfbV (Gesellschaft für bedrohte Völker), der Baha'i, der Ostad Taheri Bewegung, Zeugen und Betroffene von Folter und Verfolgung wie Mina Ahadi, Soheila Hadipour, Maziar Ebrahimi und Vertreter geflüchteter Konvertiten aus dem Iran wie Pastor Gottfried Martens waren eingeladen mit Bundestagsabgeorneten wie Heribert Hirte, Norbert Altenkamp, Ulli Nissen, Frank Heinrich oder Martin Patzelt sowohl über Massnahmen, die einzelnen Gewissensgefangenen oder politisch Inhaftierten unterstützen, zu diskutieren, als auch die allgemeine Politik der Bundesregierung in Bezug auf Iran zu beleuchten und zu wirksameren Handlungen zu inspirieren.

Andersdenkende zum Schweigen zu bringen, ist seit Jahrzehnten eine gerne angewandte Methode des vom Prinzip des Obersten religiösen Führers (Velayat-e Faghi) durchdrungenen Staats. Die Gefängnisse Irans sind dauerhaft mit politischen Gefangenen und Gewissensgefangenen überfüllt. In den Gefängnissen sind die Opfer des Regimes den Übergriffen durch kriminelle Gefangenen und des Wachpersonals ausgesetzt. Notwendige medizinische Versorgung oder Besuche von  Familienangehörigen und Anwälten werden in vielen Fällen auf oberste Anweisung hin verweigert. Deswegen ist es so wichtig, den zahlreichen Gefangenen Gehör zu geben.
Nicht anonym und von der Welt vergessen zu sein ist die wichtigste Hilfe, wie auch Frank Heinrich, MdB, aus eigener Erfahrung mitteilte. Heinrich berichtet von einem politischen Gefangenen, der neuen Lebensmut fand, als er in einem im Gefängnis ausgestrahlten ausländischen Fernsehbeitrag zufällig eine Dokumentation über sich selbst sah. Frank Heinrich hat eine Patenschaft für den ehemaligen Richter und stellvertretenden Justizminister Dr. Nuur Ali Tabandeh, zugleich Oberhaupt des Nematollah Gonabadi Ordens, des größten Sufi Ordens in Iran, übernommen. Tabandeh steht seit Februar 2018 unter Hausarrest und hat kaum Kontakt zu seinen Anhängern.
Auch Norbert Altenkamp, MdB, berichtet von seinen Erfahrungen als Bürgermeister mit geflüchteten Menschen unterschiedlichster Herkunft und wie prägend diese Schicksale sind. Er verkündete zudem, eine politische Patenschaft für den iranisch-britischen Anthropologen, Forscher und Autor Kameel Ahmadi übernehmen zu wollen.

Die Veranstaltung wurde von Helmut N. Gabel, Pressesprecher des hannöverschen Vereins Karamat e.V. moderiert. Mit einer prägnanten Aussage garnierte Uwe Heimowski, Beauftragter der Deutschen Evangelischen Allianz in Berlin die Veranstaltung: "NGOs müssen Maximalforderungen stellen, die Politik ist für Kompromisse zuständig.“ Eine der Maximalforderung der Menschenrechtsaktivisten lautet, die Unterstützung für das Regime fallen zu lassen und stattdessen der Zivilgesellschaft Irans volle Unterstützung widerfahren zu lassen. Wie das im Einzelnen gehen kann muss Gegenstand weiterer Veranstaltungen sein, am besten unter Beteiligung politische Verantwortlicher aus Brüssel und Berlin. Denn nur wenn man an einem Strang zieht kann man positive Ergebnisse erwarten. So sagte auch schon vor 800 Jahren ein persischer Dichter: "Nur wenn die Ameisen zusammen halten, können sie den Drachen häuten." Es wird Zeit dem Drachen Einhalt zu gebieten, zu viel Recht hat er gebrochen.

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